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Portrait - Geschichte

 
Der Name Urnäsch wird bereits im 9. Jahrhundert zum ersten Mal erwähnt, damals allerdings noch für den Fluss «Urnasca», der dem Dorf den Namen gegeben hat. Der Weiler Färchen wird in einer Schenkungsurkunde 831 als «Farrichun» bezeichnet. Unter der Herrschaft der Abtei St.Gallen bildete Urnäsch zuerst mit Herisau einen Verwaltungsbezirk und war im 14. Jahrhundert eine Rhode des Amtes Hundwil. 1377 trat es als eines der «Lendlin» dem Bund mit der Stadt St.Gallen bei und tat sich in den Appenzeller Kriegen von 1401 bis 1429 derart hervor, dass die Rhode Urnäsch in Zukunft bei der Aufzählung der Gemeinden an erster Stelle genannt wurde. 1417 erhielt Urnäsch die endgültige politische und kirchliche Selbstständigkeit nach dem Bau der Kirche im Jahre 1414. 1480 wurden die Grenze zu Hundwil bereinigt. Seither gehört die Schwägalp zu Hundwil. 1525 traten die Urnäscher über zur Reformation und gehören darum seit der Landteilung von 1597 als erste der sechs äusseren Rhoden zum Land, später Kanton Appenzell Ausserrhoden.

 


Beim Dorfbrand von 1641 gingen Kirche, Pfaff- und Rathaus und zwölf weitere Häuser in Flammen auf. 1720 wurde in Schönengrund eine eigene Kirche gebaut und 1722 wurde in einem Vertrag die Abtrennung des Gebietes hinter dem Hamm von Urnäsch besiegelt. 1922 wurde die römisch-katholische Pfarrei Urnäsch-Hundwil gegründet mit einer Kirche in Zürchersmühle.

 
Neben der Textilindustrie spielen Alp- und Vieh-, sowie Forstwirtschaft seit je eine herausragende Rolle. Schon 1592 ist ein Jahrmarkt nachgewiesen. Bis 1825 gab es ein grosses Gemeinmerk, eine Allmend, der Urnäsch entlang vom Kronbach bis zur Schwizeren. Bis ins 19. Jahrhundert wurde Salpeter gesotten, unter anderem für die Herstellung von Schiesspulver. Die Köhlerei spielte bis ins 20. Jahrhundert eine allerdings allmählich abnehmende Rolle. Seit 1515 ist die Herstellung von Leinwandtuch bezeugt, 1604 der Flachsanbau.

 
Weberei und Stickerei prägten vor allem im 19. Jahrhundert die Gemeinde. Die industrielle Entwicklung wurde durch die Erföffnung der Appenzellerbahn 1875 gefördert. Ende des 20. Jahrhunderts mussten fast alle Zwirnereien, eine Weberei und die Wirkwarenfabriken aufgeben. Seit 1966 bietet aber die Teppichbodenfabrik Tisca-Tiara Arbeitsplätze. Fünf Kleinkraftwerke an der Urnäsch sind von den ehemals viel zahlreicheren Wasserrädern übrig geblieben, die während Jahrhunderten Mühlen, Sägereien und Stampfwerke antrieben. Der Bau der Säntisbahn 1935 förderte den Fremdenverkehr und 1976 wurde das weitherum bekannt gewordene Appenzeller Brauchtumsmuseum eröffnet. 2006 wurde mit dem Bau eines grossen Feriendorfes für die Schweizer Reisekasse Reka begonnen, mit der Absicht, umweltverträglichen, sanften Tourismus zu fördern.

 
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Gemeindeverwaltung Urnäsch, Dorfplatz 1, CH-9107 Urnäsch, Tel. +41 71 365 60 60, gemeinde@urnaesch.ar.ch