Erbfall

Zuständiges Amt: Erbschaftsamt
Verantwortlich: Weiss, Erika

Der Erbgang wird mit dem Tode des Erblassers an seinem letzten Wohnsitz eröffnet.

Erbenermittlung

Durch die Erbenermittlung ist die Frage der Erbschaftsberufung im einzelnen zu klären. Vorerst ist davon auszugehen, dass die gesetzlichen Erben zum Zuge kommen. Die gesetzlichen Erben sind auch deshalb zu ermitteln, weil ihnen im Falle der Änderung der gesetzlichen Erbfolge das Recht zusteht, zu den diesbezüglichen Verfügungen des Erblassers Stellung zu nehmen. Die gesetzlichen Erben ergeben sich aus dem Stammbaum, der sich aufgrund zivilstandsamtlicher Ausweise (Familienscheine) oder anderweitige Urkunden erstellen lässt.

Der Kreis der gesetzlichen Erben kann eingeschränkt oder ausgeschlossen werden durch letztwillige Verfügung des Erblassers.

Amtliche Inventaraufnahme
Der Erbenvertreter wird vom Erbschaftsamt aufgefordert, alle Aktiven und Passiven des Erblassers bekannt zu geben. Die Inventaraufnahme bezweckt die Feststellung der zur Erbschaft gehörenden Sach- und Kapitalwerte.

Inventarisation
Das Erbschaftsamt ist in jedem Todesfall von Amtes wegen zuständig für die Inventarisation.
Vor Aufnahme des Inventars dürfen die Hinterbliebenen nicht über die Vermögenswerte verfügen; dies betrifft auch Tresorfächer bei Banken. Für weitere Auskünfte und Fragen im Zusammenhang mit dem Nachlass des Erblassers stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Testamentseröffnung
Hinterlässt der Erblasser eine letztwillige Verfügung oder einen Erbvertrag, so werden diese innert Monatsfrist eröffnet. Alle an der Erbschaft Beteiligten erhalten eine Kopie der eröffneten Verfügungen.

Inventar anzeigen/eröffnen
Das Nachlassinventar wird den betroffenen Erben angezeigt. Sie können sich dann ein Bild über die finanzielle Situation verschaffen.

Annahme/Ausschlagung der Erbschaft
Für allfällige Schulden des Verstorbenen haften die Erben mit ihrem ganzen Vermögen unbeschränkt und solidarisch. Das Gesetz räumt ihnen daher die Möglichkeit ein, die Erbschaft innert drei Monaten seit dem Tode des Erblassers bzw. seit Kenntnisnahme der Erbeinsetzung auszuschlagen. Die Ausschlagung ist von den Erben mündlich oder schriftlich zu erklären. Sie muss unbedingt und vorbehaltlos geschehen (Art. 570 ZGB) und soll aber, wenn irgendwie möglich, schriftlich erfolgen.

Erbteilung
Der Kanton Appenzell Ausserrhoden kennt als einer der wenigen Kantone die amtliche Erbteilung, das heisst, alle Erbteilungen werden unter Aufsicht und Mitwirkung der Erbteilungsbehörde durchgeführt. Das Erbschaftsamt ist für alle in diesem Zusammenhang vorzunehmenden Arbeiten verantwortlich. In Absprache mit den Erben sind dies:
  • Zuteilung von Wertschriften und Liegenschaften
  • Auflösung aller bestehenden Bankkonti
  • Erledigung aller Steuerschulden und Rückforderung der Verrechnungssteuern
  • Erstellung des Erbteilungsvertrages
  • Vornahme des Inkassos
  • Veranlagung und Einzug der Erbschaftssteuern (Vermächtnisse und Schenkungen an Nachkommen sowie Stief- und Pflegekinder, den Ehegatten und die Eltern sind im Kanton Appenzell Ausserrhoden steuerfrei)

  • Hingegen sind steuerpflichtig:
a) zu 12 Prozent:
Zuwendungen an den nichtverheirateten Lebenspartner (Freibetrag: Fr. 10'000.00)
Als Lebenspartner gilt die während fünf oder mehr Jahren vor dem Tod der verstorbenen Person mit dieser in ununterbrochener Hausgemeinschaft lebende Person, sofern die verstorbene Person an deren Unterhalt wesentlich beigetragen hat oder Gemeinschaftlichkeit der Mittel bestanden hat.

b) zu 22 Prozent:
Zuwendungen an Geschwister, Stiefeltern, Schwiegereltern, Schwiegersohn, Schwiegertochter und Grosseltern (Freibetrag: Fr. 5'000.00)

c) zu 32 Prozent:
Zuwendungen an alle übrigem Empfänger (Freibetrag: Fr. 5'000.00).

Publikationen

Name Laden
Gesetz über die Gebühren der Gemeinden (gültig ab 26.02.2001) (pdf, 35.1 kB)


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Gedruckt am 20.10.2019 21:13:16